Produktdaten pflegen ohne Fließbandarbeit
Lieferantenlisten sehen nie gleich aus – die Arbeit steckt nicht im Import, sondern in den vier Schritten davor. Und wie Ihre Korrekturen erhalten bleiben.
Ein Händler mit 900 Artikeln bekommt vom Lieferanten eine Excel-Liste. Jemand öffnet sie, vergleicht sie mit dem Shop, ändert Preise, lädt Bilder herunter, schreibt Beschreibungstexte, legt neue Artikel an. Zwei Wochen später kommt die nächste Liste.
Das ist keine Aufgabe, die irgendwann fertig ist. Es ist ein Fließband, an dem ein Mensch steht.
Warum das so aufwendig ist
Weil keine zwei Lieferantenlisten gleich aussehen. Der eine nennt die Spalte „Artikelnr.”, der andere „SKU”, der dritte „Nummer”. Preise stehen mal mit, mal ohne Umsatzsteuer. Maße mal in Millimetern, mal in Zentimetern. Und die Bilder liegen in einem ZIP-Archiv mit Dateinamen, die niemand zuordnen kann.
Ein Import-Werkzeug im Shop hilft beim letzten Schritt. Die Arbeit steckt in den vier Schritten davor.
Was ein Ablauf übernehmen kann
Listen einlesen, egal in welcher Form. Excel, CSV, PDF-Preisliste, Mailanhang. Die Spalten werden einmal zugeordnet, danach erkennt der Ablauf sie wieder — auch wenn der Lieferant die Reihenfolge ändert.
Preise abgleichen und Abweichungen melden. Nicht blind übernehmen. Wenn ein Artikel plötzlich 40 Prozent teurer ist, ist das entweder eine echte Preiserhöhung oder ein Tippfehler beim Lieferanten. Beides gehört gemeldet, nicht durchgereicht.
Bilder zuordnen und aufbereiten. Zuschneiden, benennen, in den richtigen Formaten ablegen.
Beschreibungstexte erzeugen. Aus den technischen Daten wird ein lesbarer Text — in Ihrem Ton, nicht in Werbesprache. Inklusive Titel und Meta-Beschreibung für die Suche.
Nur ändern, was sich geändert hat. Der wichtigste Punkt: Ein Ablauf, der jedes Mal alle 900 Artikel überschreibt, macht Ihre eigenen Korrekturen kaputt.
Was Sie behalten sollten
Preise, die Sie von Hand gesetzt haben, und Texte, die Sie überarbeitet haben. Beides muss der Ablauf erkennen und in Ruhe lassen. Sonst passiert das, was viele schon einmal erlebt haben: Nach dem Import steht wieder der alte Text drin, und niemand weiß, warum.
Das ist der Grund, warum wir vor dem Scharfschalten immer einen Trockenlauf machen — mit echten Daten, aber ohne zu schreiben. Was der Ablauf ändern würde, steht dann in einer Liste, die man durchsehen kann.
Woran Sie erkennen, ob sich das lohnt
- Ab etwa 300 Artikeln, die sich regelmäßig ändern.
- Ab zwei Lieferanten, deren Listen unterschiedlich aufgebaut sind.
- Und immer dann, wenn die Antwort auf „wann war die letzte Preisaktualisierung?” ein Schulterzucken ist.
Was danach anders ist
Die Liste kommt herein und ist am selben Tag im Shop — nicht nach zwei Wochen. Preise stimmen, weil sie nicht mehr von Hand nachgezogen werden. Und die Person, die bisher am Fließband stand, kann sich um die Artikel kümmern, die tatsächlich Umsatz bringen.